(In)Tangible Aphrodite
Her Famous Sanctuary at Idalion in Cyprus
(Α)πρόσιτη Αφροδίτη
Το διάσημο ιερό της στο Ιδάλιον της Κύπρου
Eine Ausstellung an der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft
der Republik Zypern
5. Mai – 6. Juni 2026
Öffnungszeiten: tba
Eintritt: kostenlos
Die Ausstellung soll die langjährige und äußerst fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Zypern vorstellen, die zur gemeinsamen Ausgrabung eines Heiligtums einer weiblichen Göttin im antiken Idalion in Zentralzypern geführt hat, dem Berlin-Idalion-Projekt. Diese Aktivitäten finden unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Altertümer und des stellvertretenden Kulturministeriums der Republik Zypern statt. Wir sind daher sehr stolz darauf, diese Ausstellung im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft der Republik Zypern (1. Halbjahr 2026) präsentieren zu können.
Unter Nutzung der neuesten Entwicklungen in Bezug auf technische und methodische Aspekte innerhalb der (klassischen) Archäologie präsentiert die Ausstellung die Ergebnisse des Berlin-Idalion-Projekts (BIP) fast ausschließlich anhand von 3D-Rekonstruktionen und 3D-generierten Objekten (Drucken) von Funden aus dem Heiligtum.

Foto des 3D-Druckers beim Drucken eines unserer Objekte
So werden der Grundriss und eine plausible Rekonstruktion des Heiligtums, soweit es seit 2018 ausgegraben wurde, in 3D-Druck sowie auf Computerbildschirmen präsentiert, sodass die Besucher das Heiligtum auf eigene Faust erkunden können. Gleiches gilt für eine repräsentative Auswahl von Funden aus dem Heiligtum.
Das Interesse an der spezifischen Fundstelle, die sich auf der östlichen Akropolis des antiken Idalion, dem Hügel von Idalion-Moutti tou Arvili, befindet, begann bereits im 19. Jahrhundert und führte zu zahlreichen illegalen und legalen Ausgrabungen. Das BIP dokumentiert auch diese Aktivitäten und hat sich zum Ziel gesetzt, Objekte aus früheren Ausgrabungen in Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt zu identifizieren, von denen einige in der Ausstellung gezeigt werden.
Die Ausgrabungsaktivitäten des BIP brachten eine besonders interessante Form der Präsentation der Votivgaben zutage, hauptsächlich Dutzende von Terrakotta- und Kalksteinstatuen sowie Hunderte von Statuetten, die im Freien auf dem Gelände des Heiligtums aufgestellt waren. Sie wurden direkt auf den natürlichen Felsboden gestellt (Terrakotta) bzw. darin befestigt (Kalkstein). Nach sorgfältigen Beobachtungen und Dokumentationsarbeiten können wir in der Ausstellung eine lebensgroße Rekonstruktion dieser besonderen Inszenierung präsentieren.
![]() Bild der Ausgrabung des BIP 2024 |
![]() Rekonstruktion des Heiligtums (© Steven Götz) |
Das Heiligtum in Idalion-Moutti tou Arvili war nach unserem derzeitigen Kenntnisstand von der kypro-archaischen Zeit (7. Jahrhundert v. Chr.) bis zur Römerzeit in Betrieb. Es zeigt deutlich alle Aspekte eines Kultortes der großen zypriotischen Göttin, insbesondere vielfältige Aspekte der Fruchtbarkeit. Während diese Göttin mehrere Jahrhunderte lang keinen bestimmten Namen trug, wurde sie ab der Zeit Alexanders des Großen (Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr.) mit der griechischen Göttin Aphrodite identifiziert. Tatsächlich fanden wir 2024 eine Scherbe mit der Inschrift „Aphrodite” in griechischer Schrift. Wir sind daher sicher, dass das vom BIP ausgegrabene Heiligtum dem berühmten Kultort der mächtigen Aphrodite/Venus entspricht, die von hellenistischen und römischen Dichtern besungen wurde.

Bild der Scherbe mit Inschrift „Αφροδ“
So wurde die immaterielle große zypriotische Göttin greifbar und erhielt einen bestimmten Namen. Auf die gleiche Weise macht unsere Ausstellung ihr Heiligtum und ihren Kult für die Besucher greifbar: Während in der antiken Originalumgebung ihre Statuen aus respektvoller Entfernung verehrt und bewundert wurden und die Originale heute in Museen mit hohen Sicherheitsstandards ausgestellt sind, können die Statuen und anderen Objekte in unserer Ausstellung dank moderner Technologie und Methoden aus nächster Nähe betrachtet und berührt werden, was ein hautnahes Erlebnis der Antike ermöglicht.
Da alle Exponate und die gesamte Ausstellung sehr leicht zu transportieren sind, ist es unser Ziel, die Ausstellung zu einem späteren Zeitpunkt auch in Zypern zu zeigen.
Parallel zur Ausstellung wird ein Buch im A5-Format veröffentlicht, das die Ergebnisse unserer Ausgrabungen sowohl in einer englischen als auch in einer griechischen Ausgabe präsentiert.




